Thursday, March 05, 2009

Eternal sunlight of the spotless mind

Gestern Abend beschloss ich, als das Fernsehbild erloschen war und in fernen Städten weiter die Trümmer fortgeräumt wurden, dass ich die große, wunderschöne stylegames.net-Schachtel mit all den Pho­to­graphi­en darin heute nicht verstauen würde. Ich befand, dass der offen daliegende Karton, einem während der Operation kurzzeitig beatmetet und präpariert hinterlassenen Patienten nicht unähnlich, so bleiben sollte. Sein orangenes Innenleben gibt nun wie ein eröffneter Leib die Gerüche frei.

Ungeordnet, das heisst: Nur ihrer eigenen Ordnung—den Gesetzen der Zeit, der Gefühle, und nicht zuletzt der phototechnischen Chemikalien—gehorchend, liegen vor mir: James Last und Band in Anzügen von Peek & Cloppenburg mit langsam zerfallendem Klebestreifen hintan; das blonde Wundermädchen, vor Lichtjahren, als Kind noch, angeschmiegt an die behütenden Arme ihres großherzigen Vaters; die alte Frau mit dem Gendefekt und dem Rätsel in den Augen; und, immer wieder, dazwischen ein verblichenes, verbleichendes Ich mit Brillen und Haarschnitten und albernen Turnschuhen.

Operationen am offenen Gedächtnis, nicht länger gehegt und verwahrt, sondern inmitten meines Lebensraums. Erinnerungen sind die Tochtergeschwulste jedes Daseins; an Ihnen und mit ihnen werde ich auf die große Sprengfahrt gehen.


Apologies to our readers who prefer our English posts.

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