Friday, March 27, 2009

Offering in the name of the dead (mataka-dana)

«Now the dreams start coming. The dreams of Miles Davis’ impressive outfit collection in a little bootsale-like museum in a street-level appartment somewhere in the UK. The same dream, still, with Carl Craig entering the scene, and all of a sudden everybody has weapons, massive weapons, and literally everybody is shooting at each other. Musicians, DJs, hipsters and stylers all shooting at each other. In dreams, it hurts just a little when a bullet penetrates your body, but it hurts more than you would expect it to hurt from a dream.

The dreams start coming. The dreams of four people laying comfortably in the grass and firing senselessly at each other with automatic weaponry. When you think it is all over, you see a gleaming light source that looks more like what Vietnam movies have taught you to take for phosphor explosions, and the earth begins to shake, and you run, you run, you simply run. Just before you reach the deceitful safety of a concrete hut you are hit by a falling tree and you see yourself dead. The dreams start coming.»


Dieser Beitrag ist auf Englisch, doch einiges an der Zeitmauer gibt es auch in der hervorragenden Kultur- und Verwaltungssprache Deutsch zu lesen.

Wednesday, March 25, 2009

Dhanyabaad, masanga aaphnai sooee chha.

“Single words or short phrases in foreign languages not used as direct quotations should be in italics. Direct, acknowledged, or more substantial quotations should be in roman type (in small print or within single quotation marks). For the setting of quotations, see Chapter 9”
MHRA style guide, 2008

Als ich kürzlich eine wacklige und verwohnte Embraer-Maschine für einen langweiligen Regionalflug besteigen musste und mich hastig mit den Notausgängen vertraut machen wollte, fand ich statt einer Notfallkarte verwundert ein bereits im Verfall begriffenes Exemplar des Buches “Gebrauchanweisung für Nepal” von Christian Kracht & Eckhart Nickel vor und begann sofort zu lesen. Eine Fügung musste es dort für mich hinterlegt haben, denn noch ehe wir unser Ziel erreicht hatten, wusste ich alles über das zaubergleiche Land Nepal, dort hinter Indien und vor China gelegen.

Wie Sie ahnen, reise ich an sich nicht gern; um so dankbarer bin ich, wenn die Glimmer Twins des Reise­abenteu­ers, Christ­ian Kracht und Eck­hart Nickel, wieder irgendwo hin­fahren, dort­bleib­en und per Sing­draht und Telex ihre Er­kund­ungen an hiesige Verlage übermitteln. Erwarten Sie von dem Buch aber keine dieser philo­so­phie­ge­schicht­lichen Ein­ord­nung­en und Aperçus für die selbst­denkende Travel­lerin, die sich nicht mehr vom Lonely Planet gängeln lassen möchte, wie die Titelreihe “Gebrauchs­anweisung für…” wohl ironisch in­sinuieren will.

Nein, nein; hier wurde diese Betitelung endlich einmal ernst genommen. Kracht & Nickel (2009; Rätsel am Rande: Beklagt sich Dr. Nickel eigentlich nie, immer als senior author zu fungieren? Wären für seine geisteswissenschaftliche Karriere nicht mehr Erstautorschaften angeraten?) unterrichten uns in der Kunst, in Kath­man­du stand­es­gemäße Re­dakt­ionsfeiern auszurichten, und sie lehren uns das behände Sich-Einfügen in die lokalen Dienstleistungsstrukturen anhand der “Band Box” Wäscherei; sie sprechen in einem no-nonsense Kreuzverhör mit dem nepalesischen Prime Minister Elect und richten so en passant das Despoteninterview neu ein; und schließlich dechiffrieren sie—von Nepal aus! Dies nur ein rhetorischer Trick, um uns das sonst gern Übersehene klarer vors innere Auge treten zu lassen—für uns die Welt der Marken und Werber und pitchen für die Neugestaltung der nepalesischen Fluglinie Agni Air.

In der sicheren Entschlossenheit, nach Ankunft sofort am Transfer desk einen Flug nach Kathmandu zu buchen, schlage ich noch vor der Landung höchst zufrieden diese kleine, längst herbeigesehnte Ferien für Immer-Apokryphe zu, die in jede noch so verunreinigte Hosentasche passt, und denke mir selig ein neues Design für diese üble Embraer-Maschine aus. Bitte kaufen Sie dieses Buch und geben Sie es nicht mehr her.


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Monday, March 23, 2009

Gespenster

”None of the things you make up will be as hair-raising as the things people tell you”
—W.G. Sebald, to his students

Vor langer, langer Zeit wandelte ich mit Bruder und Freundin über einen kleinen Krämermarkt inmitten Berlins, und folgender dreisätziger Dialog trug sich zu.

(Freundin) “Schau mal, eine Barbie.” — (Ich) “Klaus Barbie, der Schlächter von Lyon.” — (Bruder) “Ein schlechter Scherz.”

Damals war Klaus Barbie wegen seiner späten Verurteilung ein Name und ein Gesicht des täglichen Lebens gewesen, und ausser darüber, wer in unserer Familie die wirklich guten Sprachscherze macht, sagt diese Geschichte wenig aus, und sie wäre nicht wert berichtet zu werden. Wäre mir da nicht, so unvermittelt, inmitten einer sehr prosaischen Dienstreise, dieser Tage das Gespenst Klaus Barbie begegnet; und das kam so.

Die gastgebende französische Kollegin führt mich auf einen großen Exerzierhof, mit Trikolore, in saftigen Sonnenschein getaucht, wie ich sie nur aus Inspektor Clouseau-Filmen kenne, und von denen ich dachte, Blake Edwards hätte sie erfunden. Wir sind unterwegs in ihr Büro, in dem den Hof umgebenden Gebäude. Wir halten aber inne, und sie erklärt mir, eher eine Fremden­führerin imitierend als eine sein wollend, dass sich hier im Hause auch das Museum der Résistance befinde, und die Institute für Human– und Sozial­wissen­schaft­en. Hellhörig werdend folge ich ihr ins Haus und in den Aufzug.

Dort lese ich, dass alle Seminarräume im Haus un­gewöhn­lich­er­wei­se nach Personen benannt sind. Auf mein Nachfragen hin bestätigt sich, das alle diese Namen Personen gehörten, die sich den deutschen Besatzer auf die eine oder andere Art widersetzten und dafür in eben diesem Gebäude, in den Kellerräumen, ihr Leben ließen oder eine Fahrkarte nach Ravensbrück oder Sobibor oder zu ähnlich unheils­schwang­eren Orten zugewiesen bekamen.

Ich verstehe, plötzlich: Ich bin in Lyon. Dies war der Bauch des Leviathan, dies ist das Haus Klaus Barbies. Hier hatte er munter versucht, den französischen Widerstand auszurotten, um in der damals beliebten Diktion zu bleiben. Wir gehen in den Gewölbekeller hinab, später; ich lese neben jeder der sehr frisch gestrichenen grossen Türen die fremden französischen Namen und verstehe sonst nur noch die vertrauten deutschen und polnischen Dörfer, die zu so unheilvollem Ruhm gelangten. Dissoziativ und filmartig wird alles; wie in einem Photoshop-Effekt zieht mein Hirn die Farbe, den Teppich und die Hinweisschilder ab; was bleibt ist ein Kellergang mit vielen verließartigen Türen und—als Metonymie gleichsam—mit allem, worauf man als Enkel des Westfeldzugs eben so stolz sein kann.

Die Kollegin zeigt mir dann endlich ihre schöne neue Versuchskammer hier unten, mit riesigem Bluescreen für Video-Aufzeichnungen, mit einem noch ganz nach Verpackung duftenden Mikrophon und teurer Schalldämpfung. Alles ist bereitet, damit in diesem Keller mit harmlosen EEG-Experimenten an gesunden Studenten etwas Sinnvolles herausgefunden werden kann.

Als wir später auf der Autobahn von fast allen ent­gegen­kom­men­den Autos vor den Polizeikontrollen gewarnt werden mit Lichthupen, und als dann noch später am Bahnsteig alle gemeinsam—mit satten 68 Euro strafbewehrt und guter Dinge—gegen das Rauchverbot anrauchen, dünkt mir, wieso Lyon ein Museum für die Résistance hat und zuhause man sich kaum an Georg Elser erinnern kann.

Wednesday, March 18, 2009

Wo die Kamerafahrten ein Ende gefunden haben

Ich wohne ja weit weg. Ich weiss nicht, ob das kleine Schicksal nun mich gezwungen oder die Zwänge mein Schicksal gebogen haben, aber ich sitze auf dem Bahnhof des mit den anmutigen und frohen Lettern Adrian Frutigers verzierten Pariser Flughafens. Wieso hier, fragen Sie. Wieso hier, frage ich mich selbst.

Das kam so: Ich beschreibe eine elliptische Fahrt, wie die Kamera des Michael Ballhaus, die um die Mutter Küster auf ihrer Fahrt zum Himmel kreiste. Meine Kreise werden sich konzentrisch verengen in den nächsten Tagen. In der Asepsis, die der deutsche Osten darstellt, war ich heute Morgen zunächst in eine etwas verwohnte Embraer-Maschine der Air France gestiegen. Zwei der jungen Männer meiner Reisegemeinschaft verdächtigte ich—wofür ich mich zwar entschuldigen, aber es nicht ungeschehen machen kann—umgehend des Bösen in ihrem Schilde; dies wohl eine unheilige Kondensation aus ganz normalem Post-9/11-Wahnsinn und dem völlig arglosen Blick des so unheilvollen Tim, leicht aufwärts zu mir blickend, abwartend, auf dem aktuellen Wochenmagazin SPIEGEL, das ich entgegen meines Wollens hatte kaufen müssen.

Wieso eigentlich elliptisch, wieso Kamera, wieso Fahrt? Nach dem gewissermaßen zunächst auswärts, scheinbar fort vom Ziel strebenden Reisen und Arbeiten über Paris, Lyon und Grenoble der Linksschwenk hinein; eindrehend, um durch die Mutter der Beschaulichkeit, der Schweiz, hindurch, auf Wegen aus Eisen, nach Deutschland, durch die Hintertür, und vollends hinauf nach Stuttgart zu gelangen und das eigentliche Ziel in den Blick zu nehmen: jene schwäbische Heimat, deren unaussprechlichen Namen bisher doch nur so wenige zu buchstabieren wussten, und dessen Zweckarchitektur sowie seine bleichen, verzerrten Gesichter in den letzten sieben Tagen so rat– und rastlos zerfragt und zerfilmt worden waren.

Vielleicht werde ich zunächst in der größeren, weniger leicht zu erschütternden Metropole verharren, bevor am nächsten Tag die Fahrt hinein in die kleine Stadt mit der großen Trauer möglich sein wird. Dann wieder die Heimat mit den eigenen Augen schauen, und von mir aus auch mit dem von (Frankreich!) Saint-Exupéry besungenen Organ. Aber auf alle Fälle nicht mehr durch die Bildwurst– und Fleischmaschine der Übertragungswagen, an deren Auswurf wir wider besseres Wissen und Gewissen gehangen waren in den ersten Stunden und Tagen. Es war nicht weit gewesen zu Baudrillard und einem in sich richtigen, emotional aber unerträglichen Baudrillardschen Schluss, Winnenden did not take place.

Ich verbot mir, solch Französisch-Postmodernes, einst Schickes zu Ende zu denken im Angesicht des Unsprechlichen. Um aber über diese medialen Rückkopplungen, die unbestreitbar die feinen Sinneszellen in allen Organen zerstören können, hinwegzugelangen, muss selbst hinfahren, wer verstehen will. Verstehen heisst in diesem Falle nicht, aus dem “Warum?” ein rohes “Deshalb” zu meisseln. Verstehen erfordert zuerst, die Ohnmacht anzuerkennen. Er sei der Gott der Traurigkeit, hat der nicht minder unheilvolle Dylan Klebold nämlich geschrieben, in einer Sprache die ebenso krank wie schön war.

Hinein also, dorthin, wo mittlerweile die Kamerafahrten ein Ende gefunden haben und wo die Bushaltestelle wieder den Schulbussen und Schulkindern gehört. Die Traurigkeit werden die Korrespondenten und auch wir Zuschauer wohl dort gelassen haben, denn ihr Widerhall will nicht verstummen in mir. Aufschub, also nur, im satten Violett des TGV. Auf ins Reich der Traurigkeit.


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Thursday, March 12, 2009

Winnenden

for English version please see below

“The human shape is a ghost made of distraction and pain,
Sometimes pure light, sometimes cruel,
Trying wildly to open,
This image held tightly within itself.”

—Rumi, 13th century Persian Sunni mystic

Ein großes Unglück ist geschehen.

Ein großes Unglück ist geschehen in einem Ort, mit dem ich untrennbar verbunden bin. Ein Ort, den ich, auf Krawall gebürstet, als “Schwäbisch-Sibirien” charakterisiert habe zuvor, und anhand dessen ich von der “Flüchtigkeit des Konstrukts Heimat” schrieb.

Ein Ort, von dem ich im weiten Internet vor wenigen Wochen nur ein einziges Bild fand, das ich als lustig und verquer genug, weil so dermaßen un-Winnenden, empfand um meine Suada zu illustrieren; es zeigt einige Rettungskräfte der lokalen freiwilligen Feuerwehr, wie sie bei einer großen Übung in bedrohlich aussehenden Masken und Helmen einen Statisten wegtragen. Ein Ort auch, an dem ich als Kind, genau inmitten der nun Tat-Ort gewordenen Schule und Park, erst mit Staunen einer großen kleinen Übung der lokalen Sicherheitskräfte beiwohnte und alsbald den Schauspielcharakter des Gezeigten langweilig fand.

Ein Ort, den wir in lustvollen und komplexen Verschwörungstheorien stattdessen gerne zum Nabel der Welt hinaufbeschworen, mit Miles Davis’ Schirmherrschaft über den lokalen City-Treff und Usama bin Ladens mittlerweile legendärem Benzindiebstahl im Teilort Schelmenholz, mit Normahls “Winnenden Geisterstadt / abgefuckte Hippiestadt” aus dem Jahre 1979 im Ohr. Ein Ort auch, den der Journalist Lorenz Schröter besuchte, als er über die spielerischste aller Weltenerklärungen, die Hohlwelttheorie, alles erfahren wollte und Winnenden verließ mit der Antwort: “In der Mitte, da ist nichts”.

Es ist alles nur ein Spiel gewesen; alles in Winnenden war immer Spiel, immer Spielplatz, mein Spielplatz, mit allen friedlichen Konnotationen, die das Wort weckt. Heute weiss ich nichts, und die sprudelnden Worte sind nur Worte über den vergangenen Spielplatz Winnenden. Mein echtes Winnenden am Morgen des 12. März 2009 entzieht sich den Worten.

Ein großes Unglück ist geschehen.



English version:

A catastrophe has happened.

A catastrophe has happened at the place from which I cannot separate myself. A place to which I referred in anger once as “Southern German Siberia” and which made me talk about the “fleeting construct of home”.

A place of which, a few weeks ago, I could only find a single image in the wide internet that seemed odd and non-Winnenden enough to illustrate the suada I was about to write; it depicts the local firefighter forces, in harrowing masks and helmets, as they carry a mock injured during a maneuver. It is also the same scenery where I witnessed as a child, quite exactly inbetween the school and park that now have become crime scences, another grande yet small maneuver of the local forces. First I stood in awe, only to become bored all too quickly by the obviously staged character of it all.

It was a place that we enjoyed to turn into the centre of complex conspiracy plots instead, with Miles Davis heading the local summer street festivities, and Usama Bin Laden famously stealing gasoline from a parked car in the Winnenden suburb Schelmenholz, with local punk heroes’ “Winnenden Ghost town / run-down hippie home” ringing in our ears. Journalist Lorenz Schröter even visited this place once to find answers to the most playful of all theories on our planet, the hollow earth theory, and he returned from Winnenden with the answer: “In the middle, there is nothing.”

It all had been simply a game. In Winnenden, everything was playful, it had always been a playground, my playground, including all peaceful connotations such words elicit. Today I know nothing to say, and all the wordy paragraphs here are words on the perished playground of Winnenden. My actual Winnenden on the morning of March 12, 2009, defies any words.

A catastrophe has happened.

Wednesday, March 11, 2009

Poetik der Oberfläche

Pop. Wissen Sie noch? We don‘t need that fascist groove thing, give me—pronto—Amaretto, und all das. Junge (sehr beliebt:) Schnösel sitzen in Hotels herum und so. Ach nein, das war ja viel später. Es ist alles sehr verwirrend, aber das scheint alles Pop zu sein. Und falls Sie nun genauso verwirrt sind wie ich, fahren Sie doch bitte das gesamte Sommersemester hindurch nach Hamburg hinauf und lauschen Sie, was einige unserer führenden Experten auf diesem Gebiet zu sagen haben. Der Wall of Time nicht fremde Topoi der kontemporären Literatur, des Camp und des Gesellschaftsdesigns scheinen dort auf dem sehr schön gestalteten Lehrplan zu stehen. Be there, or be square, wie die Nachbarjungs immer riefen.

POETIK DER OBERFLÄCHEDie deutschsprachige Popliteratur der 1990er Jahre
Chaired by Olaf Grabienski, Till Huber, Jan-Noël Thon
Universität Hamburg, Ringvorlesung am Institut für Germanistik II und im Allgemeinen Vorlesungswesen
Montags 18-20 Uhr, Phil-Turm, Hörsaal D, Kick off 06.04.2009



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Thursday, March 05, 2009

Eternal sunlight of the spotless mind

Gestern Abend beschloss ich, als das Fernsehbild erloschen war und in fernen Städten weiter die Trümmer fortgeräumt wurden, dass ich die große, wunderschöne stylegames.net-Schachtel mit all den Pho­to­graphi­en darin heute nicht verstauen würde. Ich befand, dass der offen daliegende Karton, einem während der Operation kurzzeitig beatmetet und präpariert hinterlassenen Patienten nicht unähnlich, so bleiben sollte. Sein orangenes Innenleben gibt nun wie ein eröffneter Leib die Gerüche frei.

Ungeordnet, das heisst: Nur ihrer eigenen Ordnung—den Gesetzen der Zeit, der Gefühle, und nicht zuletzt der phototechnischen Chemikalien—gehorchend, liegen vor mir: James Last und Band in Anzügen von Peek & Cloppenburg mit langsam zerfallendem Klebestreifen hintan; das blonde Wundermädchen, vor Lichtjahren, als Kind noch, angeschmiegt an die behütenden Arme ihres großherzigen Vaters; die alte Frau mit dem Gendefekt und dem Rätsel in den Augen; und, immer wieder, dazwischen ein verblichenes, verbleichendes Ich mit Brillen und Haarschnitten und albernen Turnschuhen.

Operationen am offenen Gedächtnis, nicht länger gehegt und verwahrt, sondern inmitten meines Lebensraums. Erinnerungen sind die Tochtergeschwulste jedes Daseins; an Ihnen und mit ihnen werde ich auf die große Sprengfahrt gehen.


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Tuesday, March 03, 2009

The future didn’t exist anymore: 20 lines of why I love Bret Easton Ellis

I stand in awe of great writers. You know a great writer when you read him or her. This is most definitely a great one. Chilling.

“When we sat down to eat I took inventory of the people in the room, and the remnants of my good mood evaporated when I realized how very little I had in common with them—the career dads, the responsible and diligent moms—and I was soon filled with dread and loneliness. I locked in on the smug feeling of superiority that married couples gave off and that permeated the air—the shared assumptions, the sweet and contented apathy, it all lingered everywhere—despite the absence in the room of anyone single at which to aim this. I concluded with an aching finality that the could-happen possibilities were gone, and that doing whatever you wanted was over. The future didn’t exist anymore. Everything was in the past and would stay there. And I assumed—since I was the most recent addition to this group and had not yet let myself be fully initiated into this rituals and habits—that I was the loner, the outsider, the one whose solitude seemed endless. My wonderment at how I had arrived in this world still hadn’t deserted me. Everything was formal and constricted.”

Bret Easton Ellis, Lunar Park (2005, p. 132, UK hardcover, 1st edition)


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Monday, February 23, 2009

Willy Reichert oder der letzte Grund

—“Tell that smart-ass to get his adjectives straight before
I see a second version of this draft”

Stuttgart. Ihr unermüdlicher Reporter war für ein neues heim­zu­bring­endes Abenteuer in die mythen­um­rankte Landes­haupt­stadt­si­mu­la­tion im Süden des Reiches aufgebrochen. Mit der Trashfluglinie “Deutsche Flügel” tuckerten wir durch die Wolken mittenhinein in die schwäbische Waschküche. War es nicht Hergé oder ein anderer Schweizer, der einmal schrieb, der interessante Teil der Welt zeichne sich dadurch aus, dass man am Flughafen nicht durch die an die Fluggeräte geschobenen “Finger” aussteige sondern dass man noch freien Fußes über das Vorfeld oder zumindest zum Bus schreite? Diesem Kriterium folgend gehört Stuttgart ganz klar zum interessanten Teil der Welt. Es roch sofort nach Seife und Rasierwasser und Kraut und Teigwaren.

Die Uhren gehen anders in Stuttgart, und vielleicht ist es kein Zufall, dass sich Ernst Jünger bei seinen seltenen Besuchen beim Verleger Klett in Stuttgart und auch sonst, weit im oberschwäbischen Hinterland, hinter einer Zeitmauer wähnte: Am Eisenbahnhof des Flughafens jedenfalls wird die Zeit der sogenannten Schnellbahnen zwar in Minuten angezeigt, um Vitesse und Esprit zu suggerieren, sollte aber der Ehrlichkeit halber eher in Stunden oder wie in vermeintlich unzivilisierten Teilen des Globus in Tagen berichtet werden: “S3 nach Filderstadt in 79 Minuten”.

In der Schnellbahn Richtung Stadtmitte lernten wir die ebenso charmante wie ungestüm-matronale Islamistik– und Logistik-Student­in Pilo­mena (“Pippi”) Rotter kennen. Sie verkürzte und versüsste uns die Fahrt durch fast quasi noch selbst erlebte Räuberpistolen aus den Zeiten Hölderlins und Schellings, erwähnte einen legendären Imbiss, “Vegi Vodoo King”, den wir unbedingt aufsuchen müssten, weil dort schon Maximilian Herre und Rezzo Schlauch vor ihrem Weg in den Untergrund gespeist hätten, und sie bot sogar an, uns am nächsten Morgen eine Führung durch die vom Tausendsassa Stauffenberg in Kindertagen bewohnten Gemächer im Schloß zu organisieren.

Vielleicht steht Pilomena für alle Stuttgarter; bei all ihrer rauen Freundlichkeit verstand man sie nur schlecht; sie sprach ein gutturales Schwäbisch, alle Vokale fast liebevoll zu Diphtongen zerkauend. Sie trug schwere Winterstiefel, und eine eher im von Ralph Siegel oder Leslie Mandoki ersonnenen Moskau zu erwartende Bieberfellmütze. Darauf angesprochen erklärte uns Frau Rotter, dass alle Schwaben so herumliefen, und tatsächlich sass uns gegenüber ein an Klaus Kinski im Spaghetti-Schocker “Leichen pflastern seinen Weg” gemahnender Zausel in ebensolchem Zausel-Gewand. Meine Begleiterin und ich kamen uns in unseren noch in Ostdeutschland erworbenen Stan Smith Tennisschuhen und den feinen Halstüchern sehr deplatziert vor.

Heute morgen dann, nach langer, vergeblicher Suche nach der wohl längst eingerissenen Weissenhofsiedlung und nach kurzer Nacht in der feinen Herberge des Dreifarbenhauses, liefen wir durch den nieselnden Regen auf so appetitlich sonst nur in Zürich zu findenden Gehwegen und erwogen, die Rückreise in die andere große Verlagsstadt Leipzig vielleicht lieber zu Fuß als mit der scheppernden Airbus 319 zurückzulegen. Auch könne man vielleicht symbolhaft einige Reclam-Ausgaben Schillers und Hegels dabei in einer Art Prozession von West nach Ost überführen, schlug ich vor, als uns eine verwirrt wirkende Frau bar fast aller Zähne ansprach und nach dem nächsten Telefon fragte; sie habe sich ausgesperrt—soviel ich verstand.

Ich war überfordert, wollte auch die Einheimische nicht mit unbedachten Verweisen auf die bereits erfundene und in anderen Gauen etablierte Mobilfunktelefonie beleidigen und reichte ihr stattdessen, einer Eingebung folgend, den Zettel mit Frau Rotters Adresse. Meine Begleiterin und ich schauten uns an und entschieden fast wortlos auf sofortige Abreise. Wir erreichten gerade noch die Mittagsschnellbahn ins nahe Marbach am Neckar, und ich schreibe Ihnen nun bereits aus einem kleinen Internetcafé an der hessischen Landesgrenze.

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Friday, February 20, 2009

The fire in which we burn

«What will become of you and me
(This is the school in which we learn...)
Besides the photo and the memory?
(...that time is the fire in which we burn.)»

—Delmore Schwartz


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Tuesday, February 17, 2009

Lord, give me grace, and dancing feet, and the power to impress.

Irgendetwas muss doch auch richtig gelaufen sein.
Irgendetwas muss doch gelungen sein, wenn
nur zwei Tage nach dem (dieses Jahr
auch wieder besonders unerquicklichen) Jahrestag
des Dresdner Feuerregens eine ausgerechnet englische
Band mit einem ausgerechnet auch noch
nigerianisch-stämmigen Sänger ausgerechnet
den Alten Schlachthof, ganz nach Kurt
Vonneguts Slaughterhouse-Five—nehmen denn
die Allegorien gar kein Ende—, in eben jenem
Dresden bespielt und über tausend Menschen,

vielleicht etwa so viele wie damals vergeblich
Zuflucht im Hauptbahnhof suchten, sich und einander
im Schallsturm wiegen; froh sind; die Arme unwillkürlich
nach oben reissen müssen und schreien vor
flüchtigem Glück ob der Energie, die da von den
drei (eher gemütlich-rotgesichtigen Oktoberfestbesuchern
als einer Lancaster-Besatzung ähnelnden)
Ton– und Lichtmännern übertragen und verstärkt wird;
und wenn dann auch noch der frohe junge
Engländer die Dresdner ganz ohne Hintergedanken

auffordert, zum ausgerechnet “Ares” betitelten
letzten Stück doch bitte das Dach des Hauses
abheben zu lassen (statt es von oben mit dem mühsam
aus Norfolk herbeigeflogenen Sprenggut einstürzen
zu lassen
, denkt die Vernetzungs– und Historienmaschine
in meinem Kopf sofort mit) und alle, aber wirklich alle für
drei Minuten dann auch nichts anderes mehr im
Schilde führen, dann muss doch
etwas richtig gelaufen sein.

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Sunday, February 15, 2009

Das Vergnügen, die Empörung singen.

“Weisst Du, vor hundert Jahren, vor: hundert!, hat Marinetti sein futuristisches Manifest hinausgeschleudert. Das habe ich neulich gelesen.” — “Marinetti war doch ein Faschist.” — “Das ist doch nur kennzeichnend, dass er später dann eben daran geglaubt hat; Er dachte, Mussolini überlässt den Künstlern die Macht; war das Benn, der ja auch kurz darauf reingefallen ist in seiner Eitelkeit, der das als Artokratie bezeichnet hat? Nun ja.” — “Und, macht es Dich traurig, dass es schon hundert Jahre alt ist, das Manifest?” — “Ich glaube, Du machst Dich lustig. Aber: Ja, es macht mich traurig. Wo ist unsere Wut? Wo ist dieser Schaum vor dem Mund hin, der die schönsten Blasen trug? Wo ist diese Wut hin? Der Aufbruch.” — “Zweitausend Euro bekommt ein Wissenschaftler heute, wie soll man da wütend sein?” — “Ja, vielleicht ist das das Problem. Aber ich glaube, es ist eher ein Symptom. Kein Druck mehr.” —

“Noch ist es doch nicht zu spät. Ich will mich auch nicht lustig machen, ich spüre ja auch diese Trägheit, diese Dumpfheit. Wir könnten doch neu aufbrechen.” — “2009, das Jahr in dem wir alles hinter uns liessen…Ich weiss nicht. Weisst Du noch, 2004, also: neulich erst. Da waren wir beide noch so voller Bilder, und voller magischer Träume, und voller Pläne. Und jetzt, in diesem neuen Jahr, hundert neue Jahre seit Marinettis durchbrochenen Lampen, elektrischen Herzen, dem Lärm der Straße, sitzen und warten wir matt und dumpf und hirntot; so tot am Leben wie es heute nichtmal mehr die umsorgten und bespaßten Zoobären sind.” — “Kannst Du schnell dranbleiben, ich habe einen Anruf des Vermieters gerade.” — “Ja – ein anderes Mal dann. Wir haben heute auch Karten fürs Theater. Ich verabscheue das Theater. Ich will das alles nicht.” — “Sei nicht so – traurig. Freitag dann?” — “Am Freitag sind es dann genau hundert Jahre.” — “Elektrische Herzen!” — “Siehst Du, Du machst Dich doch lustig.”


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Sunday, February 08, 2009

On the Eave of Wall of Time’s second year of tenure:

Liebe Zeitmaurer, ich hoffe Sie schätzen ebenso wie wir hier die anmutigen Kapitälchen der Mrs Eaves, wie sie seit ganz neuem unser Ladenschild hier oben zieren.

Der Februar ist ein schwieriger Monat; vielleicht nicht der grausamste, wie es Eliot über den April in die poetische Ewigkeit nagelte, aber ein seltsamer zumal. Vor einem Jahr kehrte die Wall of Time wieder, Anfang Februar des Jahres 2008; sie ändert seitdem fast täglich nicht nur Ihr Antlitz, sondern auch—falls es so etwas gibt—ihre Bestimmung, ihr Wesen, ihren Zweck. Derzeit, wie Ihnen als treuen Lesern nicht entgangen sein dürfte, mäandern wir wieder nach Herzenslust durch die Eschatologie, den magischen Realismus, die Sprachen Englisch und Deutsch sowie alle Mischformen der beiden. Und wir glauben immer noch sehr fest an die bessere Welt.

Wir glauben daran, dass es irgendwo eine Welt gibt, in der Bon Scott auf den Back in Black-Mastertapes singt; in der alle Menschen lustig-unheimliche Affenmasken zu körperschmeichelnden Anzügen tragen, wie es uns der Berliner Stadtaffe derzeit nahelegt; in der Wissenschaft und Wahnsinn, Leid und Humor, Aeropitura und Anti-AKW-Bewegung ein freundlicheres Miteinander pflegen; in der der lächerliche Dualismus von Wort und Bild überwunden sein wird.

Ein subtil erneuertes Ladenschild aus den Kapitälchen der Mrs Eaves, flankiert von einer grotesken Akzidenz, ist da ganz klar—schon wieder—ein Anfang.



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Thursday, February 05, 2009

Inverse effectiveness

—“Of Conrad's novels, Lord Jim and Nostromo continue to be widely read, as set texts and for pleasure.”

Great things will come to those who wait, I once overheard a friend say. My English is very bad, but this saying is somewhat true. In 2004, I was offered the privilege and the pleasure to visit a small Paraguayan enclave in Eastern Germany, on a strip of land mostly inhabited by—confusingly—the people of the Sorbes.

Amongst them, a small but thriving community of South American pilgrims has survived. They had arrived here in Saxonia in the 1890s, hoping to find peace from economic hardship and political instability back home. Today, very few families have survived without mixing with the Sorbian and German natives. I personally had first heard about the village of Weisswasser (engl. white water) in my southern German hometown when the community had decided to donate a seasoned firefighter vehicle to this Eastern German community some time after 1989.

Now, in 2003 or so, I learned about the Paraguayan enclave outside Weisswasser through the befriended Peruvian Shaman Cristiano Gran Sonq and the Polish poet and composer Dawid Desantowiec. Early in 2004, just after my PhD defense, Gran Sonq called me and invited me to join them on their visit to the enigmatic Paraguayan village in the Lausitz area. I distinctly remember us driving the endless Kohlian highways in my wrecked Ford Focus, running low on fuel, passing by Nuremberg, where we enjoyed Nümberga Wüschtla, and Bayreuth, whereupon Desantowiec rejoiced in cursing on Wagner and his antisemitic polemics. Meanwhile, Gran Sonq and I enjoyed the water pipe that my then-girlfriend had refilled, kindly enough.

When we finally hit the Sorbian soil, the atmosphere got tranquil within as well as around the car. Gran Sonq and Desantowiec had been here before, I reckoned, but it turned out to be obviously wrong. We passed Weisswasser, and the two of them pretended to know their way round, yet made me ask a German native for “the Paraguayans”. The German—or Sorbian?—native’s face was erased of any hospitality immediately. “Turn left after the cemetry.“ And, after a short fermate, ”take them all with you, if possible.” I frowned, puzzled. I looked at my passengers in the rear view mirror. Gran Sonq and Desantowiec looked back at me, innocently yet knowingly, then further delighted themselves with the water pipe. “Ours like the stars”, Desantowiec murmured in his fake US English. This all really freaked me out, you know.

I have to admit that ultimately I never made it to the Paraguayan enclave itself. I panicked instead. I kindly asked the esteemed Shaman and his Polish friend to leave me alone for a second. They waited outside the car and had a coffee or something at the local café (“Kaffeehaus Käthe”), while I—totally flustered—phoned my only friend in Berlin and asked her for a night’s stay.

Since then I’ve seen neither Cristiano Gran Sonq nor Dawid Desantowiec again. I understand that Gran Sonq now runs a spiritual center near the Polish border, where Gran Sonq’s Arian wife also plans to establish a very expensive private liberal arts and film college. Desantowiec was recently reported by a friend to run a premium-membership facebook group on 19th century transgender composers, which I doubt, as there are no premium memberships on facebook.

The funny thing is that this whole story and me remembering it is prompted by a book I found this morning. Gran Sonq had forgotten it on my Ford’s back seat back in 2004, and I since have read it many times with tremendous joy. It is Nikolai Ostrovskiy’s stalinist classic Wie der Stahl gehärtet wurde (Как закалялась сталь), in a beautifully-typeset GDR edition from the late 1970s.

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Tuesday, February 03, 2009

Am Tag nach Maria Lichtmess

—“The Bonanza was at a slight downward angle and banked to the right when it struck the ground at around 170 miles per hour (270 km/h). The plane tumbled and skidded another 570 feet (170 m) across the frozen landscape before the crumpled ball of wreckage piled against a wire fence at the edge of the property.”

—Director Kenneth Anger turned 32 on February 3, 1959

Vor langer, langer Zeit —Ich weiss es noch genau—musste ich immer unwillkürlich lächeln bei dieser Musik. Und ich wusste, wenn ich nur einmal meine Chance bekäme, dann würde ich die Leute zum Tanzen bringen, und vielleicht wären sie dann glücklich, nur eine Weile.

Aber der Februar fröstelte mich, mit jeder Zeitung die ich austrug; Schlechte Neuigkeiten auf den Haustreppen, ich konnte keinen Schritt vorwärts mehr. Ich weiss nicht mehr, ob ich geweint habe, als ich von seiner verwitweten Braut las, aber irgendwas hat mich tief berührt am Tag, als die Musik starb.

Tschüss, also, Fräulein American Pie. Ich fuhr meinen VW zum Stausee, aber der war ausgetrocknet; die guten alten Jungs tranken Whisky und Klare, sangen “We’re all gonna die, but we don’t know how, and we don’t know when” von Scout Niblett.

Hast Du das Buch der Liebe geschrieben? Und glaubst Du an den Gott da oben, wenn es doch so in der Bibel steht? Sag mal, glaubst Du an Rock’n’Roll? Kann Musik Deine sterbliche Seele retten?

Und, könntest Du mir beibringen, schön langsam und eng zu tanzen? Ich weiss, Du liebst ihn, denn ich sah Euch tanzen in der Sporthalle; Ihr zogt beide Eure Schuhe aus. Junge, Ich steh echt auf R&B. Ich war damals ein einsamer Testosteron-Teenie, mit rosiger Haut und einem VW Kombi, aber ich wusste, das Glück war vollends vorbei am Tag, als die Musik starb.

Schließlich traf ich ein Mädchen, die mir den Blues sang. Ich fragte Sie nach ein paar guten Neuigkeiten, aber sie lächelte nur und drehte sich fort. Also ging ich runter zum heiligen Laden, wo ich die Musik Jahre zuvor gehört hatte, aber der Mann im Laden sagte nur: Keine Musik heute.

In den Straßen schrien die Kinder, Liebende heulten herum, und die Dichter träumten. Aber kein Wort wurde gesprochen, die Glocken der Kirchen waren alle kaputt, oder an der Front. Und just die drei Männer, die ich am meisten bewundere, der Vater, sein Sohn und der heilige Geist, die schnappten sich den letzten Zug Richtung Küste, am Tag, als die Musik starb.

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